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Mein Motorrad

Vor 1993 habe ich mich nie mit Motorräder beschäftigt. Mein einziges Motorrad bis dahin war eine Suzuki RV50. Wegen des günstigen Anschaffungspreises, dem Kardanantrieb und der gefälligen Form, habe ich mich damals für die Virago 535 entschieden. Ein Kauf, den ich nie bereute. Meine Maschine bekam den Namen Glöckchen (Tinker Bell), nach der Elfe in der Geschichte Peter Pan. Ich schätze an der XV 535 die Zuverlässigkeit, Wendigkeit und das sehr gutmütige Fahrwerk. Die Sitzposition ist bequem, auch bei langen Strecken und recht flotte Kurvenfahrten sind auch möglich. Als Vertreter der Gattung “Mit den Füssen nach vorne dem Abgrund entgegen” ist die Maschine wie für mich gemacht. Bisher konnte ich auf dem Motorradmarkt noch keinen Nachfolger ausmachen.   

TECHNISCHE DATEN:                                                         

Hubraum: 531 ccm

Leistung: 46 PS bei 7500/min

max. Drehmoment: 47Nm bei 6000/min

Höchstgeschwindigkeit: 156 km/h

Tank: 13,5 Liter(2,5l davon Reserve)

Verbrauch: ca. 5,5l/100km

Damit ich mich auf der Maschine wohlfühle, wurden noch einige Veränderungen vorgenommen. Als erstes kamen die Fussrasten nach vorne, was bei meiner Körpergrösse (1,82m) mehr als sinnvoll war. Die 42cm hohe Scheibe von Five-Star hat sich auf langen Strecken auch bewährt, weil so der Winddruck auf den Oberkörper entfällt. Dies wird aber teilweise durch störende Turbulenzen in Augenhöhe erkauft. Ganz wichtig, die Rückenlehne. An ihr kann man gut den Helm (siehe oben) oder das Gepäck befestigen (siehe unten links). Letztere Aufnahme entstand bei der Ankunft aus der Bretagne 1997. Bis jetzt hat mich Glöckchen wohlbehalten über 130.000 km durch Europa begleitet.

Bei meinen Touren hatte ich immer ein Problem. Ich hatte meine Roadbook in einer Kartentasche auf dem Tank. Und so schaute ich während der Fahrt immer nach unten, musste zuerst die richtige Stelle auf dem Papier finden, lesen und auch noch die Strasse im Auge behalten. Und Nachts ging gar nichts. So rüstete ich mein Motorrad schon vor Jahren mit einem elektronischen Roadbook von der Firma Ixis aus. Ich arbeite dabei die Touren auf dem Computer aus, diese werden auf eine Chipkarte geladen und die Daten anschliessend auf das Gerät 

überspielt. An der Tachowelle wurde ein Adapter eingebaut und so weiss das Gerät, wann ich abbiegen muss. In der Kartentasche habe ich jetzt wirklich eine Landkarte zur groben Übersicht wenn ich kurzfristig Änderungen am Streckenverlauf vornehme.

Am 01.10.2002 war dann der feierliche Augenblick. Glöck- chen machte die 100.000 km voll. Das wurde natürlich mit Sekt begossen. Und wie das aussah, kann man auf dem linken Bild sehen. Das denkwürdige Ereignis fand übrigens in der Nähe von Oppenheim statt.

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In der Septemberausgabe 1999 der Zeitschrift “Motorrad Reisen&Sport” erreichten “Glöckchen” und ich unsere 5 Minuten der Berühmtheit, indem wir in der Rubrik “Rotes Tuch” veröffentlicht wurden. Und wie ich meinem Motorrad grossherzig kleine Schwächen verzeihe, so verzeihe ich auch der Motorradredaktion, dass sie meine Virago als VX 535 bezeichnete.