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Reifen

Grundsätzliches zu Reifen

Der Reifen hat einen wesentlichen Einfluss auf das Fahrverhalten eines Motorrades, den man nicht unterschätzen sollte. Immerhin ist er die Schnittstelle zwischen Motorrad und Strasse. Die Kräfte werden in dem Radaufstellpunkt übertragen, wobei es sich eigentlich nicht um einen Punkt, sondern um eine kleine Fläche handelt. Wenn jemand etwas von einer Reifenaufstandsfläche hören sollte, ist genau dasselbe. Hier findet dann der Kraftschluss statt. In Physik lernten wir einmal, dass die Reibungskraft das Produkt von Normalkraft (in unserem Fall das Gesamtgewicht des Motorrades) und einem Reibwert ist. Der Reibwert ist abhängig von der Fahrbahnbeschaffen- heit und dem Material des Reifens, so verringert er sich auf einer Ölspur oder auf Bitumen. So kann also der Reifen nur eine maximale Kraft übertragen, bevor er ins Rutschen kommt. Es wurde schon vielen Motorradfahrern mit PS-starken Maschinen zum Verhängnis, indem sie noch in Schräglage am Kurvenausgang das Gas zu schnell aufrissen. Der Reifen, der noch die Fliehkräfte verarbeiten musste bekam noch Kräfte der Beschleunigung hinzu. Beide Kräfte zusammen waren dann grösser als die Reibungskraft. Übel. übel. Aber als Viragofahrer kennt man das Problem im Normalbetrieb nicht. Und weil der Radaufstellpunkt recht klein ist und über ihn hohe Kräfte übertragen werden, deswegen nutzt sich ein Motorradreifen schnell ab. Als weitere Kraft am Reifen wirkt der Rollwiderstand. Leider will diese Kraft das Motorrad abbremsen. Sie entsteht, da sich durch die Elastizität eines Reifens ein sogenannter Anlaufwulst bildet, der die Vorwärtsbewegung bremst. Natürlich ist das Verformungsverhalten des Reifens von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und haben ebenso Einfluss auf das Fahrverhalten, wie das Profil und auch das Gewicht der Reifen. Für die häufig gestellte Frage in Foren, welches ist der richtige Reifen kann man pauschal nicht beantworten. Jeder Reifen hat seine Stärken und Schwächen, die mit der eigenen Mentalität angeglichen werden muss. Was wieder bei allen Reifen gleich ist, sie müssen erst eingefahren werden, weil die Oberfläche produktionstechnich hart ist, und so der Reibwert herabgesetzt ist. Ebenso müssen sie warm sein, um den maximalen Grip zu haben und dürfen ihre Verschleissgrenze nicht erreicht haben.

Luftdruck bei der XV 535

Der richtige Luftdruck ist bei einem Reifen sehr wichtig. Ist er zu niedrig, fehlt es ihm an Stabilität, er wird zu stark durchgewalkt und wird dadurch zu heiss und der Rollwiderstand ist erhöht..  Ist er zu hoch, ist die Reifenaufstandsfläche zu klein, er fährt er sich verstärkt  in der Mitte ab, Dämpfung ist schlecht und es könne nicht mehr so hohe Kräfte übertragen werden. Daher sollte man den Luftdruck regelmässig beim kalten Reifen kontrollieren. Auch sollte eine Ventilkappe angebracht sein, damit bei leichten Undichtigkeiten des Ventils keine Luft entweicht.

Bis 90 kg Zuladung   - Vorne: 2,00 bar / Hinten: 2,25 bar Über 90 kg Zuladung - Vorne: 2,00 bar / Hinten: 2,50 bar

Reifen für die XV 535

Dunlop: 

Gute Fahrstabilität und leichte, direkte Lenkung. Einschränkung in der Eigendämpfung. Bei Nässe schwer beherschbar.

Michelin:

Diesen Reifen habe ich bisher 11 Jahr lang benutzt. Auf trockener Fahrbahn kam mit ihm sehr gut mit ihm zurecht. Bei Nässe hatte ich immer das Gefühl, daß einem die Maschine wegrutscht und man verzichtete freiwillig auf Schräglage.           Lebensdauer: Hinten 6000 km / Vorne 12000 km

Gute Fahrstabilität und präzise Händling- und Lenkeigenschaft. Hinterrad bei Nässe mäßig, vorne gut.

Diese Bewertung machte mich neugierig. Also habe ich den Reifen ab Juli 2004 erstmalig auf meiner XV. Ich habe den Eindruck, daß etwas mehr Kraft notwendig ist, die Maschine in die Kurve kippen zu lassen. Liegt dann aber ssehr stabil. Eine Fahrt im starken Regen fehlt mit zur Zeit noch. Empfinde die Fahreigenschaft des Reifens aber als recht angenehm.

Bridgestone:

Metzler:

Beste Haftung bei Nässe. Abrollkomfort und Dämfung gut. Leichte Unruhe in schnellen Kurven.

Träge Händling- und Lenkeigenschaft. Sehr gute Fahrstabilität und gute Haftung bei Nässe.

Pirelli:

Starkes Lenkerflattern. Schlechte Eigendämpfung. Schwimmt schnell bei Nässe.

Auswirkung der Reifenbreite

Die Reifenbreite beeinflusst das äussere Erscheinungsbild eines Motor- rades wesentlich und ein breiter Reifen sieht einfach gut aus. Bringt man doch mit ihm viel Leistung des Motorrades in Verbindung. Bei 46 Nm Drehmoment und max. 46 PS, des 1993er Virago-Motors, bringt ein breiterer Reifen aber keinen höheren Nutzen, die vorhandene Leistung wird auch so ohne Probleme auf die Strasse gebracht. Wie man auf dem linken Bild sieht, wandert der Radaufstandspunkt immer weiter nach aussen, je breiter der Reifen wird. Dies verändert die Kräfte, die in Kurven auf das Motorrad wirken. Auf dem Bild haben beide Maschinen eine Schräglage von 30°. Die Kräfte greifen im Schwer- punkt der Maschine an. Damit das System im Gleichgewicht ist, muss die Zentrifugalkraft (Fz) beim Motorrad mit dem schmalen Reifen grösser sein, als bei dem Motorrad mit breitem Reifen. Am Gewicht (Fg) ändert sich ja nichts. Und weil die Zentrifugalkraft abhängig ist von der Geschwindigkeit des Motorrades und dem Kurvenradius, bedeutet

das, dass ein Motorrad mit schmalem Reifen, bei gleicher Geschwindigkeit, die Kurve mit weniger Schräglage durchfahren kann (oder bei gleicher Schräglage schneller), als eine Maschine mit breitem Reifen. Weil Mensch und Maschine beim Motorrad eine Einheit bilden, ist der Schwerpunkt des Gesamtsystems nicht konstant, sondern er hängt von der Sitzposition des Fahrers ab. Es kann also auch die mögliche Kurvengeschwindigkeit beeinflussen werden, ob eine Kurve hängend, liegend oder drückend gefahren wird.

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