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Rhön

Der Oktober 2001 war noch sehr warm, darum beschloss ich, spontan die Rhön zu besuchen. Als Übernachtungsmöglichkeit habe ich mir den Gasthof “Zum Goldnen Stern” in Schwarzbach ausgesucht. Dieses ist ein TOURENFAHER-Partnerhaus. Als ich übernachtete, war ich aber der einzige Motorradfahrer unter lauter Wanderern. War trotzdem ganz nett. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde die Maschine am nächsten Morgen wieder startklar gemacht und zu früher Stunde ging es auf der landschaftlich schönen L3174 Richtung Osten. Bis auf einige Traktoren hatte ich die Strasse für mich. Weil das Jahr schon weiter fortgeschritten war, bildeten sich Nebelfelder in den Tälern. Nach einer leider viel zu kurzen Fahrt erreichte ich schon das erste Etappenziel, nämlich Tann Durch ein schmales Tor (siehe unten)  ging es in die Stadt.

Direkt im Zentrum liegt ein Museumsdorf. Dafür hatte ich heute aber kein Auge, weil ich mir vor kurzem erst ein Museumsdorf in der Eifel angesehen habe. Ausserdem hatte ich noch Lust zu fahren. Also ging es auf der B278 Richtung Süden. Ziel war das Rote Moor, was noch in der hessischen Rhön liegt. Dieses habe ich aber nur kurz in Augen- schein genommen, weil ich mir später das Schwarze Moor näher ansehen wollte. Solche herrlichen Ausblicke wie auf dem Bild unten links hat man in der Rhön viele. Stellvertretend hier ein Aufnahme, die südlich vom Roten Moor gemacht wurde. Ein schöner Aussichtspunkt ist auch der Kreuzberg südlich von Bischofsheim. Hier gibt es auch ein Franziskanerkloster, wo selbstgebrautes Starkbier ausgeschenkt wird. (Parkplatz gebührenpflichtig)

Wer dann noch die Treppen zum Gipfel nicht scheut, wird mit einer schönen Aussicht belohnt. Im 7. Jahrhundert haben übrigens schottische Mönche  auf dem Kreuzberg Taufen vorgenommen (5.-7. Jahrhundert, an was erinnert mich das?). Wer Zeit hat, der kann sich hier oben auch gut die Füsse vertreten.

Die hatte  ich aber heute nicht, weil ich beabsichtigte, länger auf der Wasserkuppe zu bleiben. Daher ging es ein kleines Stück auf der  B 279 Richtung Bad Neustadt und dann die erste Ausfahrt gleich wieder links Richtung Fladungen. Bei dem ausgeschilderten Jagdschloss Holzberg (Bild oben) machte ich Rast. Nun ging es weiter auf dem Highlight “Hochrhönstrasse”. Der Tacho pendelte sich hier automatisch auf 80 km/h ein. Man hatte gar keine Lust schneller zu fahren. Immer wieder steifte der Blick in die Weite. Auf der Strasse darf übrigens nur auf besonderen Parkplätzen geparkt werden.  So erreicht man das nächste Ziel, das Schwarze Moor in Bayern. Mir persönlich gefällt das Schwarze Moor besser als das Rote. Deshalb bin ich auch auf einem Holzsteg den ganzen Rundkurs abgelaufen. Ich würde schätzen, 2 km waren es schon. 

Viele Infotafeln machen auf die Besonderheiten aufmerksam. Übrigens am Parkplatz gibt es eine Würstchenbude. Wer also im Jagd- schloss nichts essen will, der hat hier die Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Leider geht es kurz nach dem Moor wieder talwärts und man erreicht Fladungen. Nun ging es weiter Richtung Nordheim, wo getankt werden konnte. Es wurde wieder Zeit nach Westen abzudrehen, und so fuhr ich über Nebenstrassen weiter. Ziel war die Wasserkuppe, die durch die Radarstation auf dem Gipfel

schon von Weitem auszumachen ist. Hier oben kann von Ruhe keine Rede mehr sein. Der Berg, der für die Anfänge des Segelflugs steht, ist ein Mekka für alle, die einen Draht zur Fliegerei haben. Wer sich für den Segelflug begeistert, sollte einmal das Museum besuchen. Zu Fuss ging es dann zum Gipfel hinauf (einfach der Masse nachgehen). Hier tummeln sich Modellbauer und Gleitschirmflieger. Wer meint, das Gleitschirmfliegen leicht sei, der sollte einmal die Anfänger be- obachten. Köstlich.

Ich hatte an diesem Tag Glück und erlebte einen Historischen-Segler in Aktion, der noch wie früher üblich, mit einem Gummiseil gestartet wurde. Natürlich ist die Gleitzahl eines solchen Seglers nicht so gut, so dass er nach ca. 400 m Sinkflug wieder auf seinen Kufen aufsetzte und mit einem Traktor zum Startplatz gezogen wurde. Wer die Rhön besuchen und sich vorher das Wetter ansehen will , unter www.wasserkuppe.com erreicht man eine Web-Cam.

Auf meiner Tour ging es weiter Richtung Westen. Anvisierte Ziele waren Steinwand, Poppenhausen und Ebernburg. Von Tempo 80 km/h konnte hier nicht mehr die Rede sein. Ich fuhr Nebenstrassen, die ich wohl nie mehr finden werde. Und ich machte auch von nun an keine Fotos mehr. Wer wissen will warum, der muss sich nur das linke Bild ansehen. Alles klar? 

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